Jan 30

Wie gehts?

Veröffentlicht von Knut

Liebes Tagebuch, du wirst es kennen.
Jene platonische Phraserie über Wohlbefinden und Einfühlsamkeit.
Statistisch ist bewiesen (siehe Tabelle die nie angeführt wird), dass jeder zweite Satz eines Smalltalks, die Frage nach dem Wohlbefinden des Anderen betrifft. Ich bin jedoch der Meinung, dass es 97% jener fragenden Personen nicht im geringsten interessiert, wie es einem wirklich geht. “Wie geht es dir?” wandert von Jahr zu Jahr weiter ab in eine platonische Liebe, der keiner mehr gerecht werden kann.
Sozialisation ist das Stichwort. Wir fragen aus Höflichkeit nach dem Wohlbefinden anderer Menschen, interessieren uns jedoch nicht wirklich dafür.
Was habe ich davon, über Todesfälle in der Familie,verstopfte Venen, oder Krampfadern Bescheid zu wissen? Was interessiert mich die demenzkranke Mutter, der überfahrene Bruder, der zweite Darmausgang? In wie weit gehe ich mit der Situation um, dass eine Tochter an Aids erkrankt ist, oder dass ein Neffe irgendjemandems den ersten Furz getan hat?
Sind wir nicht mittlerweile alle schon so sozialisiert, dass wir nur noch fragen um höflich zu wirken? Scheiß doch mal auf dieses Klausel!
Tretet den Menschen mit den entscheidenen Fragen gegenüber!
Wieso ist euer Kind schwarz, obwohl ihr beide weiß seid? Wieso hat euer Sohn nen Tripper und eure Tochter ein Kind im Bauch, obwohl sie Jungfrau ist? Warum ist Rewe billiger als Aldi?
Und verdammt nochmal, wieso fragen wir, obwohl es uns nicht interessiert?

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