Liebes Tagebuch, ich weiß ich sollte lieber an meiner Hausarbeit arbeiten anstatt dir zu schreiben, doch die widrigen Umstände erlauben mir diese Verschnaufpause. Was ich mit widrigen Umständen meine? Lass es mich erklären, vor kurzem ist im Erdgeschoss, der unter altersdementzkranke leidende Deutschrusse ausgezogen, seitdem sind Tag ein Tag aus Handwerker im Haus, die seine Wohnung wieder herrichten. Nun zu der Problematik, dank dem Laissez-fairem Lebensstil des guten Herren, war die Wohnung scheinbar in einem so schlechtem Zustand, dass sie komplett neu saniert werden muss. Nun werde ich jeden morgen um 6.00 Uhr von Kreissägen, Steinbohrern, Vorschlaghämmern und betrunkenen Ivans geweckt. Das ganze Szenario dauert ca. 10 Minuten. Dann wird mit Wodka auf die erste Frühstückspause angestoßen. Weiter gehts bis zur nächsten Pause um 9.00 Uhr – schließlich macht nüchtern Arbeiten keinen Spaß. Erstrecken tut sich dieser Ablauf bis Punkt 16.00 Uhr, dann ist Feierabend und ich könnte anfangen konzentriert an meiner Hausarbeit zu arbeiten, würden nicht die Nachbarsblagen aus der Waldorfschule nach Hause kommen und Lärm machen. Allerdings vertreibe ich diese mittlerweile immer mit ein paar gezielten Steinwürfen.
Sobald meine Motivationsgrenze dann wirklich erreicht wurde, ist es auch schon Nachts. Derzeit haben wir Vollmond, was mich sowieso schlecht schlafen und ziemlich abgedrehte Träume träumen lässt, hinzu kommt jedoch der Köter von schräg gegenüber, welcher scheinbar zum Werwolf wird und die ganze Nacht über rumjault wie ein getretener Pudel.
Stand der Dinge: Die Bücher habe ich hier, gelesen auch schon größtensteils, das Konzept steht und die halbe Gliederung ist fertig! Aber jetzt muss ich auch schon wieder weiter machen, bzw Steine schmeißen, damit ich endlich meine Ruhe habe. Also drück mir die Daumen, dass ich zeitig fertig werde.
Dein Knut
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