Schreckensfahrt deutsche Bahn

Posted: 9th August 2010 by Knut in Allgemein

Liebes Tagebuch, als ich das letzte Mal Kritik an der deutschen Bahn, speziell an der Cantusgesellschaft übte, war mir noch nicht klar, dass es noch schlimmer kommen könnte. Ich berichtete über die total verstellte Klimaanlage, zugige, undichte Fenster und vollexkrementierte Toiletten. Doch was ich gestern erlebte, schießt den Vogel ab.
Es fing damit an, dass der Cantus, welcher mich von Göttingen nach Kassel bringen sollte, zu spät kam und es entwickelte sich dementsprechend schon am Bahnsteig zu einer mittelstarken Katastrophe, als mehrere Dutzend schwarz gekleidete, betrunkene Neandertaler mit langen Haaren, Isomatten und Klappstühlen sich auf der Plattform breitmachten. Lautstark wurde verkündet, dass sie von dem bekanntem Wacken-Festival kamen, einer.. wie soll man sagen, Musikalische Veranstaltung kann man es nicht nennen, da jenes kulturreiche Wort “Musik” im Volksglauben eher mit Klassik in Verbindung gebracht wird.
Wacken ist eine so sinnreiche Veranstaltung, wie jene Namenswahl für dieses Massenbesäufnis unter schlechten Bedingungen, beispielsweise schlechtes Wetter, zugeschissenen Toiletten, vollgekotzte Zelte und öffentlichem Voyeurismus bei schlechtem und teuflischem Bühnengeschreie.
Aber zurück zu meinen Ausführungen. Ich hatte also ein paar dieser volltrunkenen Jugendlichen in meinem Abteil, bzw in den Gängen, denn sofern sie noch auf ihren Klappstühlen sitzen bzw liegen konnten ohne sich festzuhalten, machten sie es sich überall dort bequem, was die vernünftige Gesellschaft als “Durchgang” beschreiben würde.
Während der ganzen Fahrt wurde das Hauptnahrungsmittel eines solchen Festivalbesuchers zu sich genommen – Bier. Was nicht weiter schlimm war, müsste es nicht auf einer einstündigen Fahrt irgendwann auch wieder raus. Mutmaßlich ist deswegen die Masse von ca. 40 Personen auf 25 reduziert worden, da der Schaffner Gott sei dank nicht darauf wartet bis alle Fahrgäste, ihre Notdurft auf dem nicht dafür vorgesehenem Bahnsteig verrichten. Allerdings wurde es dadurch nicht besser, ständig wurden die gleichen Gesprächsthemen durchgenommen, beispielsweise wer mit wessen Freundin wie oft gepoppt hatte, was Anarchie für jeden Einzelnen bedeutet, Warum der Rest der Fahrbahngäste so steif und schwul sei und anderen Kuriositäten, die ich nicht mal anschneiden würde wenn ich mehrere Flaschen Sekt, Wodka und Tequila aus einem Eimer getrunken hätte. In Kassel angekommen, waren noch 6 jener leicht asozial angehauchten Rocker anwesend, wenn auch komatös, schlafend oder in der Eigenen und/oder fremder Pisse sitzend. Gut, dass es diese Art von Festivals nur relativ selten gibt und ich die Bekanntschaft zumindest für dieses Jahr nicht mehr machen muss.

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