Liebes Tagebuch, lange habe ich dich warten lassen, aber du wirst mir vergeben haben, wenn du folgende Zeilen verschlungen hast. Denn ich brauchte viel Vorbereitungs- als auch Nachbereitungszeit oder besser gesagt, war ich auf einem Selbstfindungstrip. Wer bin ich, und wo komme ich her und wer wohnt eigentlich da neben mir?
Mein eh schon angefochtenes Weltbild wurde durch jene Disney-Einweihungs-Party total zerstört, denn eigentlich dachte ich nach der 10. Klasse Karneval, bräuchte ich mir nie wieder einen falschen Bart auf malen und mit einem Degen durch die Straßen gehen.
Irrtümlicherweise durfte ich kürzlich, mit aufgemaltem Bart einem rotem Pulli, einer blauen Hose und Cap, einer schwarzen Augenbinde und schwarzen Schuhen zu Larissas neuer Wohnung tingeln um diese unter dem Motto Disney einzuweihen.
Und nein ich bin nicht als Periodenzyklus, sondern der Einfachheit des Kostüms, als Panzerknacker gegangen.
Zu meiner Beunruhigung, stellte ich fest, dass viele andere sich mehr Gedanken über ihr Kostüm gemacht haben, so ging Alicia als Arschloch-Tinkabell die kleine hinterfotzige Fee aus Peter Pan, Larissa als Dalmatiner (angeblich ist sie deswegen auch die ganze Zeit auf dem Boden rumgekrochen, allerdings glaube ich eher das an dem schnellem und starkem Alkoholkonsum und der Erdanziehungskraft lag.) Mit dabei waren auch Karsten als Ganzkörper Teddybär, Laura als stilles Mäusschen, Emily ebenfalls als Fee, Franzi als Aschenputtel, Nyomie als Alice im Wunderland, konkurrierender Weise Sarah im Schneewittchenkostüm, Cora als böse Stiefmutter, Irina als Catwoman (War die echt von Disney?) und Bert als Klopfer.
Auf dem Höhepunkt der Party, bzw. lass es mich anders Formulieren, als das Bier leer war, tauchten überall Schnapsflaschen auf und jene die Larissa heile lies, wurden zum Sturz trinken auf dem Flur missbraucht. Dementsprechend sah es eine halbe Stunde später auch aus. Zerbrochene Spiegel, kaputte Jacken, sowohl Aschenbecher, als auch Schuhe im Kühlschrank, Waschbären im Badezimmer, Friendship-branding (So nennt man es heute wenn man Zigaretten auf fremden Armen ausdrückt) auf Larissas und Alicias Armen und zu guter letzt, irgendein Hase im Treppenhaus der reden konnte und sehr nach erbrochenem roch. Mich würde zu dem Interessieren wieso die Badewanne, das Klo und das Waschbecken aus dem Bad, plötzlich in der Küche standen und wo wir die ganzen ausgehangenen Türen abgestellt haben. Aber das werden wir wohl erst erfahren, wenn Larissa wieder aus dem Koma erwacht ist.
Lg dein Knut

