54, 74, 90, 2042?
Liebes Tagebuch, wieder einmal ist der deutsche Traum von einem Weltmeisterschaftstitel wie eine Seifenblase zerbarsten.Trotz des 4:0 gegen die argentinischen Gauchos konnte die deutsche Nationalelf, ihrem Müller beraubt, keinen Mut fassen, keine Disziplin herstellen, keine inspirativen Ideen hervorbringen und keine schlagenden Argumente aufweisen um die spanische Elf-Mann-Abwehr zu durch brechen. Dies führte zu dem Ergebnis zu dem es schlussendlich kam, und zwar zu einem euphorischem Sieg für Deutschland! Nein lassen wir die Wahrheits-Verdreherei. Wir haben verloren. Völlig zurecht, völlig zu Gomez. Es ist aus. Wir sind nur die Nummer 2. Okay okay wir sind die drittplatzierten dieser WM.
Aber wie ist das möglich? Ist der Kraken Paule schuld? – Dann schlachtet ihn, verbrennt ihn mit Zigaretten, vierteilt ihn und verfüttert ihn an die Hunde! Mal ehrlich, dass ist doch alles Aberglaube, genau wie der vermeidliche Glückspulli Löw’s den er seit mehreren Wochen nicht gewaschen hat. Hätte er mal machen sollen, dann hätten die Spieler wenigstens seiner Ansprache in der Kabine gelauscht und nicht gehofft so schnell wie Möglich wieder auf den Platz und weg vom stinkendem Löw zu kommen. Ich möchte allerdings ausdrücklich betonen, dass Jogi eine hervorragende, ach vergiss es du hast Gomez statt Kakao gebracht.. !
Viele deutsche wollen es noch nicht wahr haben und greifen zu verschiedenen Verdrängungsmethoden, wie körperliche Gewalt gegen sich selber und Andere, Saufen bis zum Umfallen, Selbstmord oder Hyperventilieren an einem Grad nahe eines Schlaganfalls, in der Hoffnung den Abend mit einem glorreichem 4:0 abzurunden. So versuchte ich auch die Wahrheit zu verdrehen und tat etwas was ich bitterlich bereuen sollte.
Zu meiner Verteidigung ich hatte einige Bier und zusätzlich eine Frust- und Vorglüh- Bier, sowie eine Flasche Wodka als Absacker und einige Wegbiere intus. Nach dem Spiel also gingen Alicia, Simon, Larissa und ich noch zu Simon nach Hause und überlegten wie wir den Schmerz der bitteren Niederlage verdrängen könnten. Doch außer soviel Bier zu trinken, dass wir bis 2014 ins Koma fallen würden, fiel uns nicht ein. Wir tranken also Bier, regten uns noch einige Stunden lang auf, tranken noch mehr Bier und taten dann dass, was bei allen Menschen passiert die zu viel Bier getrunken hatten. Wir hatten hemmungslosen Sex. Nein okay so war es nicht.
Allerdings bleibt mir nicht nur das Spiel zu verdrängen, sondern die peinlichen Karaokeauftritte unserer Gruppe, vorne weg natürlich meine Interpretation von Sarah Kreuz’s Interpretation von Westlife’s “You raise me up”. Daher wirst du sicherlich verstehen, dass ich fast alle anderen Möglichkeiten, die auch nur irgendwie in Betracht kommen könnten eher vorziehe, als die Wahrheit.
Aber auch Larissa und Alicia haben sich keiner ihrer vorgetragenen Stück geschämt. Zumindest nicht an diesem Abend bzw. Morgen, denn es war mittlerweile halb Vier und dementsprechend sauer waren auch die Nachbarn die unsere Karaokeauftritte gar nicht gut fanden und schlussendlich mit einer geladenen Schrotflinte die Tür auftraten und uns den Laptop klauten über welchen wir die Liedertexte ab lasen. Zum Glück muss man sagen, denn ich glaube ich hätte gesungen bis ich wieder Nüchtern geworden wäre. Und das wäre wahrscheinlich erst Morgen gewesen.

