Liebes Tagebuch, selten hab ich eine Abschlussfeier erlebt, die soviel Vorbereitung brauchte und von so kurzer Dauer war.
Es war die Abschlussfeier von Annutschka, Peter und Oleg, sie hatten nun nach mehrfachem wiederholen die 10. Klasse endlich bestanden und ihren Realschulabschluss bekommen. Die Feier sollte um 18 Uhr beginnen, was für Realschüler normal ist, so stellte ich fest, denn sowohl auf einem Abiball, als auch einem Hauptschulbesäufnis wohnte ich bereits bei. Zu vermerken bleibt, je höher die Bildung desto später die Party. Dementsprechend kam ich um 22 Uhr endlich am Naturfreudenhaus, einem ordinärem Puff für Üffis, auf dem Holtenserberg an, und erfreute mich der elustren Gesellschaft, welche schon 7 Kisten Bier, ca. 12 Flaschen Schnapps und 3 Eimer Boule verköstigt hatten.
Die Stimmung war auf dem Höhepunkt, die Musik war hervorragend, das Wetter war beständig, alles war Perfekt. Bis die Stimmung auf einmal umschlug. Einer (aber was für ein Tier) der mir bereits vorgestellten Alkoholleichen (Ich habe den Namen verdrängt, er war A zu schwierig und B erfährst du gleich..) sorgte für Bombenstimmung als er komplett besoffen den Biertisch auf welchem er sich kurz zuvor erbrochen hatte um stieß, er stand auf, schlug um sich, großes Geschrei, Panik hier – weinende Mädels dort, ich wusste im ersten Moment nicht wie mir geschah, bis ein Stuhl einen halben Meter an mir vorbei flog.
Ich reagierte instinktiv und rief Admiral Stinger bei der Bundeswehr an.
Allerdings nur weil ich mich verwählt hatte, jeder der schon einmal in einer Paniksituation war, kennt diese Blackoutsituation. Nachdem ich endlich beim ADAC gelandet bin, welche mich zum Rettungsdienst und anschließend darauf zur Polizeidienststelle verbunden hatten, konnte ich um Hilfe rufen. Inzwischen hat der Typ nicht nur den kompletten Außenbereich zerstört, sondern auch einige Partygäste durch die Luft geschmissen. “Wir müssten handeln!” Sagte der Typ am Telefon in seinem bequem vollgefurztem Sessel. Und wir handelten. Peter und irgend so ein anderer warfen sich auf ihn und drückten ihn zu Boden. Doch er war zu kräftig. Gott sei dank kam kurz darauf die Polizei zur Hilfe, nachdem sie ihren Dienstwagen wieder aus dem Graben gezogen hatten, in welchen sie bei der Eile fuhren. Sie fixierten ihn mit Handschellen, Maulkorb und versetzten ihm Elektroshocks doch das alles half nicht, plötzlich lief dieser Koloss grün an sein Hemd spannte sich auf dem Rücken bis kurz vor dem zerreißen und dann geschah es, er kotzte der Polizistin mitten auf den Schoss. Einige Minuten und 5 Polizisten und 2 Notärzte später haben sie diesen Hulk endlich auf einer Trage fixiert, mit Hand- und Fußfesseln, Gürteln und Kabelbindern. Er war unter Kontrolle. Und nun konnte der Abend für mich beginnen, wie er für den Hulk in naher Zukunft beginnen wird. Das Zimmer aufräumen, fegen & wischen, spülen, Küchendienst, Hofausgang und anschließend Schlafen gehen.
Eine solche Abschlussfeier, hat ihren ganz eigenen unvergesslichen Charakter!
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