Wohnungssuche.. mal anders?

Posted: 18th September 2009 by Knut in Allgemein

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Liebes Tagebuch, was ist nur los auf dem Wohnungsmarkt in Kassel. So viele hässliche Altbauten und dennoch kaum mehr was frei? Ich habe mir bestimmt schon über 30 Wohnungen angeschaut und bin aus dem Staunen nicht mehr raus gekommen.
Oft wurden mir, “teilweise möbelierte” Wohnungen vorgestellt, welche einen antiken Stuhl aus dem achtzehnten Jahrhundert aufwies, oder ein Ölofen der jeden Raum zierte. Ich kam von 1ZKB über 3ZK und Bad in der Uni, bis hin zu Einzelzimmern in Zehner WG’s. (Mit letzterem hab ich schon schlechte Erfahrungen gemacht, als ich beim Kumpel kacken war.) – Von dem einem Drecksloch ins Nächste, Stadtplan rechts, Kippe links, den Kaffee in der Thermoskanne, so geht Wohnungssuche. Aber jetzt hab ich die Schnauze echt voll. Die Innenstadt kenn ich bereits bis ins kleinste Detail, kein Hundehaufen ist mir mehr Fremd und die ersten Bekanntschaften hab ich auch schon gemacht.
Sein Name ist Preskopv Shwantzkovic, ein seit einem schwerem Straßenbahnunfall mit blauen Mixbechern arbeitsloser Straßenbahnfahrer, welcher nun in den Tag hinein lebt und zum Trinker mutiert.

Man muss ja auf soviel achten bei der Wohnungssuche! Kalt oder Warmmiete, Klo mit Fenster, sind die Küchenanschlüsse vorhanden, sind Zebras weiß oder schwarz, gibt es Internet, wie hoch sind die Nebenkosten und aus was bestehen sie, wie ist die Anbindung und die Einkaufsmöglichkeiten, warum liegt da Stroh, wie viel Kaution, gibt’s ne Vermittlerpauschale für die Schweine von Markler usw!

Ein kleines Resümee meiner Besichtigungen möchte ich dir nicht vorenthalten: Wohnungen ohne Fenster, ohne Böden drin, mit kaputtem Laminat, zugekotete Balkone mit toten Tauben drauf, neu renovierte Wohnungen mit Ölofen im Raum, Balkone ohne Geländer (sechster Stock), ausgebrannte Zimmer welche ich zu renovieren hätte, Toiletten welche nur über die Küche zu lüften waren, Vermieter mit nem Tripper die sich ständig am Sack kratzten, eingeschlagene Fensterscheiben und besoffene Leute die um halb 10 aus ihrer Stammkneipe unter meiner potentiellen Wohnung kamen. (In letzterer lernte ich Preskopv kennen.)

Wenn ich meine Wohnung erstmal habe, schlage ich drei Kreuze an die Wand, sofern ich das nicht mit den Vermietern abklären muss, wo und in welchem Winkel ich den Nagel in die Wand hauen darf und welche Abstände ich einzuhalten habe.

Wichtig ist bei der Wohnungssuche sowieso, Fragen Fragen Fragen. Eine Regel gilt immer, je schweigsamer der Vermieter, desto ranziger die Wohnung und wennse dich Totquatschen und mit Daten bombardieren, wollen sie vom Schimmel, der Feuchtigkeit, oder anderen No-Go’s ablenken, wobei die meisten der Wohnungen die ich sah, schon eher Run-Away’s waren.

Also! Augen auf im Straßenverkehr und bei der Wohnungssuche!
Dein Knut

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