Liebes Tagebuch, nun hab ich meine erste Woche und meinen ersten Wochenendsdienst geschafft. Eine Katastrophe!
Ich sollte 2 Ehrenamtliche Vollnoobs einweisen und einarbeiten. Sie liefen anfangs planlos rum wie Lemminge, eine weitere Ehrenamtliche mit etwas mehr Praxiserfahrung, hatte bereits Samstag das Essen für Sonntag gekocht. Es gab Kassler mit Spitzkohl und Klößen. Die Klöße (das vergaß ich den Gästen zu sagen) waren noch mit einer Papierschicht umhüllt welche von vielen Gästen als zähe Kloßhaut empfunden wurde. Das Fleisch war viel zu durchwachsen und der Spitzkohl hatte bereits in den ersten 15 Minuten der Essensausgabe Feuer gefangen. Alternativ kochten wir schnell Reis auf, die Gäste wurden von Minute zu Minute ungeduldiger und mit jedem getrunkenem Bier aggressiver.
Die Hunde welche rein theoretisch nur im Raucherbereich bleiben dürfen, kläfften und liefen überall in der Küche rum. Mülleimer kippten um, Ehrenamtliche weinten. Kinder schrien und die Flammen wurden höher und heißer. Die starke Hitzeentwicklung veranlasste mich dazu ein Fenster zu öffnen um für Kühlung der Luft und der Gemüter zu sorgen. Zur gleichen Zeit entwickelte sich eine Stichflamme und versengte Martilde der einen Ehrenamtliche nicht nur die Haare. Die Gäste wurden langsam sauer und ausfallend. Kathrin die andere Ehrenamtliche verschwand nach weiteren 15 Minuten der Feuerbrunst in der nun tosenden Menge. Ich wusste mir nicht anders zu helfen als mich mit dem großem Schlachtermesser aufm Klo einzuschließen und die Polizei und Feuerwehr zu rufen. Nach weiteren ca 15 Minuten und 6 Todesfällen hatte ich endlich Feierabend, ich rief noch meinen Chef an und sagte ihm das alles glatt gelaufen ist tja und heute morgen schob ich den Ausgebrannten Mittagstisch auf die Ehrenamtlichen welche vergessen haben mussten den Herd auszustellen. Tagesblianz: Chef sauer, ich hochgelobt.
Bis morgen, dein Knut
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