Liebes Tagebuch, nun ist es soweit. Der stressigste Monat in meinem Leben hat begonnen. Bald schreiben wir in der Schule sämtliche Klausuren und halten unsere mündlichen Prüfungen, damit die Lehrer, da sie ja sonst nicht zu Noten kommen, auch sehr Artgerecht beurteilen können, was wir in den vergangenen 2 Jahren gelernt haben.
Zurückblickend, kann ich dir sagen… Es war nicht viel!
Am Mittwoch werde ich Kolloquium halten. Ein Gespräch zwischen Schüler und Lehrer, klein Knut Vs Schulleitung und Co. In diesem ist es der Sinn, die Facharbeit die wir im Februar anfertigten, mündlich wiederzugeben, zu erläutern und gegebenenfalls auch erklären. Mit Hilfe von 6 Thesen die ich heute anfertigte, überlegte ich mir einen Strukturplan, wie ich zu einer guten Note komme. Dumm nur das ich keine Kopie meiner Facharbeit mehr habe und ich mit Alkohol, sämtliches Wissen über mein Thema schon wieder gelöscht habe.
Aber liebes Tagebuch, mach dir keinen Kopf, die groben Züge weiß ich ja noch. Es ging um die Frauenemanzipation und um die steigenden Preise der marktkorrupten, örtlichen Dönerbuden.
Ich stellte folgende 6 Thesen auf und kann diese mit vollem Elan und Einsatz vertreten.
These I : Mahmut macht Preis zu teuer, Döner muss kosten ein Euro funfundzwanzig!
These II : Bier ist gesünder als Masturbation!
These III: Hätten wir die WM gewonnen wären wir Weltmeister!
These IV: Frauen gehören nicht in die Küche, sondern in den Haushalt.
These V : Steuer zahlen ist etwas für Anfänger. Steuerhinterziehung rocks!
These VI: Würde Reiner Kallmund soviel Bier trinken wie er isst, wäre der Umsatz enorm!
Das sind sie. Ich habe sogar einen Notfallplan und eine Strategie entwickelt, wie ich mich beim Kolloquium präsentiere. Da ich locker lässig rüberkommen möchte, werde ich mir die Pornobrille meines Kumpels ausleihen, mir Dreadlocks machen lassen und mit einer brennenden bzw. glühenden Scherzartikel Zigarette den Raum betreten. Der darauf folgende Schock und die Irritation, werden mit einem coolen aber immer noch witzigen Blondinenwitz aufgelockert. Außerdem wollte ich sofern eine Blondine im Kolloquium sitzt, den Spruch bringen: “Hallo, Mein Name ist Hans Dieter Kurt… *stille* und ich möchte mit Ihnen über Gott und die Welt sprechen”. Sollte jedoch beides nicht fruchten, werde ich zu meinem Plan C kommen. (Plan B ist seit Jahren schon “Feuerzeug suchen” – und damit besetzt)
Plan C sieht wie folgt aus. Mit meinen Thesen werde ich keine gute Note erzielen. Das werde ich spätestens daran merken, wenn einer der drei Sportsfreunde eine Kinnlade bis zu seiner Eichelkrankkäseherpeserkrankung hat oder einfach nur schläft. Wenn diese 2 Optionen eintreffen, werde ich mich kurz entschuldigen, Anlauf nehmen und durch das geschlossene Fenster springen! Da wir voraussichtlich im zweiten Stock Kolloquium halten, werde ich auf einen schnellen Tod hoffen und qualvoll verenden. So sieht’s aus!
Aber jetzt geh ich schnell noch die Thesen drucken…
Dein Knut

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