Tagebucheintrag 182. 29.01.2008 21:44

Posted: 29th Januar 2008 by Knut in Das Tagebuch des Knut

Liebes Tagebuch,
das war heute wohl einer der dramatischsten Sportunterrichte den ich je erlebt habe. Nicht zuletzt weil er für mich einen Zahnarztbesuch zur folge hatte, sondern viel mehr weil wir heute die Beurteilung für unsere mehr oder weniger sportlichen Leistungen bekommen haben. Wir spielten Volleyball und sollten zur Beurteilung mit unserem Partner Pritschen, Baggern, Aufschläge ausführen und eine gelungene Spielsituation darstellen.
Pritschen und Baggern war kein Problem für mich. Die Angaben hab ich auch noch mehr oder weniger gut hingelegt, doch in der Spielsituation habe ich gnadenlos verkackt, – Und das obwohl ich am Morgen noch auf Toilette war.
Der Kaffee hat mich zerstört. Aber um auf meine Zähne zurückzukommen, in der Spielsituation ergab sich die Spielsituation, das während der Spielsituation, unsere Holländerin, die Spielsituation in eine grauenvolle Spielsituation verwandelte. Der Aufschlag war grandios. Erinnerte zwar ein bisschen an Kugelstoßen aber immerhin, der Ball ging übers Netz. Genau in die unbesetzte Mitte unseres Spielfeldes. Da wir eine Mannschaft hatten die zum größten Teil aus zimperlichen Mädchen bestand, verstand es sich von selbst, dass ich jeden Ball annehmen und in einen Punkt nicht zuletzt zum Matchball verwandeln musste. Jedoch sollte es dazu nicht kommen. Bei dem besagtem Aufschlag, hechte ich also in die Mitte des Spielfeldes um den Ball vià baggern in die gegnerische Hälfte zu befördern.
Allerdings war ich nicht der Einzige mit diesem Hirnfurz, so trafen sich alle 6 Spieler unserer Gruppe und Mitte und es kam wie es kommen musste.Komunikationsprobleme!
Ich glaube für Rugby wäre meine Klasse besser geeignet. Ich war der Erste der zu Boden ging, danach stürzten die anderen 5 über mich und brachen mir somit nicht nur 2 Rippen an, sondern demolierten auch noch meine Visage. Unter Schmerzen, die ich mir natürlich abgesehen von dem blutverschmiertem Gesicht nicht anmerken lies, spielte ich gnadenlosweiter, begriff aber schon nach den folgenden 5 Ballwechseln das es keinen Sinn mehr hatte weiter zu spielen, da meine Nase und meine Zunge , meine Zähne und mein offener Bruch an der Hand nicht aufhören wollten zu bluten. Ich ging dann vorzeitig duschen und bereitete mich noch weiter auf meine nun kommende Englischarbeit vor. Einen Kommentar zu dem Thema “Emanzipation der Frau” zu schreiben, sollte mir den Tag allerdings nicht schöner machen. Carus factus bekam ich trotz einer total beschissenen Spielsituation eine 1- in Sport, aufgrund der Tatsache, das ich mich nach der Schule zum Zahnarzt begeben müsse, welcher mir mit einem Rosenbohrer sämtliches Zahnfleisch ohne Betäubung wegfetzen würde. Warum ich keine Betäubung wollte? Da die Praxis kurz vorm Feierabend war, wollte ich durch meinen Aufenthalt keinen Fusch durch überschüssige Aggressionen, alà “Wegen diesem scheiß Kind muss ich heute länger machen” oder “Du bist fällig, ich hatte noch was vor!” verursachen und beschloss tapfer zu sein. War ein Fehler wie sich herausstellte. Mein Zahnfleisch blutet immer noch, ich hätte morgen gehen sollen! So aber jetzt werde ich schlafen gehen, ab morgen hab ich Zeugnisferien. Juhu! – Zwei Tage von welchen ich einen eh frei hätte. Ganz stark! Gute Nacht…
Dein Knut

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