Challoooa liebes Tagebuch, mir ist so schlecht.
Heute habe ich endlich mal wieder meine sozialen Kontakte gepflegt. Ich habe mich mit Sören getroffen. Dem Mathecrack aus der siebten Klasse. Er war der einzige der sich damals hin und wieder mit mir verabredet hatte, gegen Bezahlung. Sören hatte mir auf sehr contra produktive Art und weise versucht mir meine zweite Fremdsprache Mathe näher zu bringen, versagte allerdings aufs Grausamste. Er wollte sich bereits das Leben nehmen, hat allerdings durch den Sieg der NiedersachsenweltmeisterschaftderMathegurus, kurz NDSSEWSTDM, neues Selbstvertrauen geschöpft und konnte sein Leben mehr oder weniger erfolgreich weiterleben. Wie gesagt, ich traf mich heute mit ihm. Er ist richtig groß geworden, Groß, dürr, verpickelt, käsig und einfach nur abstoßend. Er roch nach Schweiß, welchen er durch die Anstrengung seiner Konzentration, bei diversen Matheaufgaben rechtfertigte.
Boah war der Gestank übel, nicht mal meine Knutwolken könnten diesen Eigengeruch unterbinden und neutralisieren.
Wir tranken ein bis zwei Bier, bzw. ich trank Bier und versuchte so meine Geruchsnerven abzutöten, er bestellte sich ein Glas Leitungswasser, mit welchem er 50 Cent sparte, wie er mir stolz vorrechnete.
Wir unterhielten uns über Männerthemen, wie Frauen, Mathematik, Drogen, Polynomdivision, Sex, Gleichungssysteme, Rock’n’roll und Algebra. Und das in 15 Minuten, wir verstehen uns überhaupt nicht gut. Ich wollte doch nur jemanden zum reden, und niemanden der mir die irrelevante, plastische Form einer vollkommen unbegreifliche Materie eines Möbiusbandes näher bringen will. Ich brauch langsam echt mal neue Freunde.
Nach 15 Minuten bin ich einfach gegangen, weil mit steigendem Elan und immer größer werdenden Schweißflecken, an Armen Bauch und Rücken, der Schweißgeruch zur Perversion anschwoll und mir die Sinne raubte. Ich stand kurz vor der Bewusstlosigkeit als ich die Kneipe verließ und wie auf Drogen nach hause Stolperte.
Nie wieder werde ich auch nur ein Mathebuch aufschlagen!
Dein benebelter Knut


du bist dreist